Projektinformationen

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Gewässerzustandsbezogenes Monitoring
und Management
Extremereignisse, Havarien und dynamische Veränderungen der Gewässer infolge von Urbanisierung, intensiver Landwirtschaft, multipler Stoffeinträge und klimatischer Veränderungen – die Herausforderungen sind vielfältig. Aber alle Phänomene und Veränderungen haben eines gemeinsam: Sie erfordern zeitlich und räumlich hoch aufgelöste, kurzfristig verfügbare Gewässerdaten. Diese dienen der Beschreibung und Bewertung der Gewässerdynamik, dem regionalen Wasserressourcen-Management sowie der Identifikation nachhaltiger Maßnahmen.


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Die 5 Säulen des RiverView-Projektes

Mit RiverView wird ein ganzheitlicher Ansatz für ein gewässerzustandsbezogenes Monitoring und Management entwickelt, der systematische Erhebungen von synoptischen bildlichen, hydromorphologischen, -chemischen und -physikalischen Gewässerdaten ermöglicht. Dazu wird im Rahmen des Verbundprojekts ein Trägerboot entwickelt, welches in der Lage ist ferngesteuert kleine und mittlere Flussläufe zu befahren.

Das Verbundprojekt basiert auf fünf Säulen:

  1. Einem modularen, ferngesteuerten Messkatamaran (RiverBoat) als Träger für
  2. hydromorphologische, -physikalische und -chemische Messsensoren (RiverDetect) und
  3. eine optische Einheit für 360° Überwasserfotoaufnahmen sowie eine 360° Sonareinheit für Unterwasseraufnahmen.
  4. Die umfangreichen georeferenzierten Daten werden in ein GIS-basiertes Gewässerdatenmanagementsystem (RiverAdmin) eingelesen und weiterverarbeitet.
  5. „RiverWorks“ bietet die aufbereiteten Daten in verschiedenen Produkten (RiverApp, RiverWebseite, Datenschnittstellen) den Gewässerverantwortlichen und der interessierten Öffentlichkeit an.

RiverView ermöglicht damit ein synoptisches Gewässermonitoring im Längsschnitt durchzuführen und miteinander zu verknüpfen. Das System ist aber nicht nur für ein Routine-Monitoring geeignet, sondern auch zur Datenerfassung während und nach Hochwasserereignissen, zur Analyse von Gewässerbelastungen, beispielsweise nach Schadstoffeinträgen, Störfällen oder Havarien.

Die Umsetzung innerhalb des Projekts erfolgt bei zwei sondergesetzlichen Wasserverbänden in Nordrhein-Westfalen (Wasserverband- Eifel-Rur und Emschergenossenschaft / Lippeverband). Befahren werden die Flüsse Rur, Inde, Wurm, Lippe, Emscher und deren Nebengewässer. Die Umsetzung der Projektergebnisse in den wissenschaftlichen Einrichtungen erfolgt durch dessen Integration in den Lehrbetrieb. Die River-App soll Studierende bereits während ihres Studiums mit den Fragestellungen der Praxis des Wasserressourcen-Managements konfrontieren.
Wichtiges Ziel ist dabei die Übertragbarkeit von RiverView auf.andere Regionen und Gewässer. Das System deckt die ganze Bandbreite möglicher Einsatzszenarien von kleinen bis hin zu großen Gewässern, Küstengewässern, Seen und Kanälen ab. Es kann bei Bedarf auch auf größere Trägereinheiten montiert werden und ermöglicht damit den Einsatz auf Gewässern, in denen der ferngesteuerte Messkatamaran nicht zum Einsatz kommen kann.


Das Projekt ist Teil der BMBF-Fördermaßnahme „Regionales Wasserressourcen-Management für den nachhaltigen Gewässerschutz in Deutschland“(ReWaM) im Förderschwerpunkt „Nachhaltiges Wassermanagement“ (NaWaM) und wird vom Projektträger Jülich betreut.

Laufzeit: 01.06.2015 – 31.05.2018
Förderkennzeichen: 033W022A


Projektkoordination:

Forschungsinstitut für Wasser- und Abfallwirtschaft an der RWTH Aachen (FiW) e.V.

Ansprechpartner: Ralf Engels

engels(at)fiw.rwth-aachen.de
river-view(at)fiw.rwth-aachen.de

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